Kumamori 熊守 der Wächter aus Zedernholz
- Anja San

- 14. März
- 1 Min. Lesezeit

Vor vielen Jahrzehnten, am Rand eines Bergwaldes nahe eines kleinen Dorfes in den japanischen Alpen, lebte ein alter Holzschnitzer namens Harunobu. Er sprach wenig mit Menschen, doch jeden Morgen verneigte er sich vor den Bäumen, bevor er sein Werkzeug in die Hand nahm.
Eines Winters kam ein verletzter Bär in die Nähe seiner Hütte. Statt Angst zu empfinden, setzte sich Harunobu still in den Schnee. Der Bär brummte, doch in seinen Augen lag kein Zorn, sondern Erschöpfung. Tage vergingen. Der Schnitzer legte Fisch und warmes Wasser vor die Tür. Als der Frühling kam, war der Bär verschwunden.
Aus einem Stück alter Bergzeder begann er zu schnitzen. Nicht einen wilden, tobenden Bären, sondern einen Wächter.
Mit geöffnetem Maul, um Unheil fernzuhalten. Mit gesenktem Kopf, um Achtsamkeit zu zeigen. Jede Kerbe folgte der Maserung des Holzes, als würde der Geist des Waldes selbst seine Hand führen.
Als das Werk vollendet war, stellte er Kumamori an den Eingang seines Gartens zwischen seine kleinen Kiefern und Ahorne. Von da an arbeitete Harunobu unter dem wachsamen Blick seines hölzernen Beschützers.
Und man sagt:
Wenn nachts der Wind durch die Zedern rauscht, klingt es manchmal wie ein tiefes, leises Brummen. Nicht bedrohlich, sondern wachsam.
Gestern hat dieses außergewöhnliche handgefertigte Kunstwerk seinen Weg zu mir gefunden, entdeckt und erworben auf der Trophy in Genk einem Ort, an dem Hingabe, Handwerkskunst und lebendige Kunst auf besondere Weise zusammenfinden.





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